Sehenswürdigkeiten in Libyen

Libyen ist berühmt für seine reichen kulturellen Wurzeln. Viele der Sehenswürdigkeiten lassen den Besucher Zeuge dieser Geschichte werden. Die Hauptstadt Tripolis erinnert nur wenig an die Römerzeit, doch gibt es auch hier einige Bauten, die die antike Geschichte Libyens widerspiegeln. So zum Beispiel der Triumphbogen aus dem 2. Jahrhundert, errichtet zum Gedenken an Kaiser Marc Aurel. Der Uhrturm erinnert den Besucher an die osmanische Zeit, als „Vorlage“ dienten alte italienische Kirchtürme. Die Spanische Festung, aus dem 16. Jahrhundert ist auf jeden Fall einen Besuch wert, genau so die sehr schöne Gurgi-Moschee. In Tripolis befinden sich unzählige Museen, die einen tiefen Einblick in die Geschichte des Landes gewähren. Besonders erwähnenswert sind darunter das islamische Museum, das archäologische Museum, das epigraphische Museum, mit Schriften aus der römischen, phönizischen und byzantinischen Periode, das Ethnographische Museum und das naturhistorische Museum.

Etwas weiter, gut 120km von Tripolis entfernt sieht es schon ganz anderes aus. Hier fühlt sich der Besucher rasch in die Römerzeit zurückversetzt. Wir sprechen von dem Ort Leptis Magna. Die Stadt gehört zu den größten erhaltenen antiken Städten der ganzen Welt und das wird schnell bewusst. Besonders der severische Triumphbogen, die Basilika des hier geborenen römischen Kaisers Septimius Severus, das römische Amphitheater, sowie das alte Forum sollten das Interesse der Besucher wecken. Die Stadt galt in der Römerzeit als bedeutendes Handelszentrum für afrikanische Tiere, wie Löwen und Elefanten. Seit 1982 gehört Leptis Magna zum UNESCO Weltkulturerbe, und diese Stadt ist nicht das einzige UNESCO Weltkulturerbe in Libyen.

Wir bleiben bei den Weltkulturerben und reisen in das Gebirge Tadrart Acacus. Das Grenzgebirge befindet sich im Südosten von Algerien und im Südwesten Libyens. Felsmalereien sieht der Besucher hier, soweit das Auge reicht. Mehrere Tausend sollen es sein. Das Besondere an diesen Felszeichnungen ist, dass ihr Ursprung auf die Zeit 12.000 bis 8.000 v.Ch. zurückgeht. Diese Felszeichnungen lassen uns Fremde an der Wandlung dieser Gegend Teil haben. Sie zeigen die Veränderungen nicht nur von der Vegetation und der Tierwelt, sondern lassen uns auch den Völkern begegnen, die hier aufeinander folgten. Der libysche Teil des Tadrart Acacus wurde 1985 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerben aufgenommen.

Die unterirdische Stadt Ghadames ist eine Oasenstadt, mit etwa 7.000 Einwohnern. Vor allem der Altstadtkern ist absolut sehenswert, mit seinen Häusern, die aus Stampflehm erbaut wurden. Diese Häuser bieten ausreichenden Schutz vor der Wüstenhitze, und hierhin kehren die Einwohner auch immer wieder zurück, obwohl die Regierung auch moderne Häuser bauen ließ. Da die engen Gassen zum Teil tiefer, als die Häuser liegen, bekam die Stadt die Bezeichnung „unterirdische Stadt“. Der Altstadtkern gehört seit 1986 zum UNESCO Weltkulturerbe.