V.I.P.
Früher wollte man auch als Gast gern ein König sein, heute eher eine "very important person". Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Um aber wesentlich zu werden oder zumindest zu erscheinen, genügen weder Reichtum noch Schönheit oder Titel. Genau genommen gibt für es nämlich für jede Art der Anerkennung als V.I.P völlig unterschiedliche Kriterien. Und die hängen von der jeweiligen Wirkung auf andere ab. So wird in einem Sporthotel ein international hochgeehrter Sprachprofessor mit Sicherheit gegen einen Mittelstürmer verlieren, der gerade ein besonders schönes "Tor des Monats" geschossen hat. Andererseits kann in einem Wellness-Hotel ein ganz normaler Schauspieler zum begehrten Vorzeige-Gast aufsteigen, wenn er schon einmal in einer Fernsehserie den Chefarzt oder gar den Traumschiff-Kapitän gegeben hat. Er muss dafür weder wirklich reich sein, noch einen Doktor oder ein Kapitänspatent gemacht haben. Bedenklich wird es nur bei all denjenigen Selbstdarstellern, die von sich selber glauben, dass man sie sofort als "very important" wiedererkennen und ihnen Aufmerksamkeit und Bewunderung schenken muss. Vor derartigen, zumeist lärmend auftretenden Reisenden und Hotelgästen sollte man einen möglichst großen Abstand halten, damit die Peinlichkeit nicht abfärbt.

