Achtung Urlaub! Burn-out-Syndrom während der Ferien
rbw. In deutschen Kliniken werden immer öfters gestresste Urlauber behandelt, die während ihrer Ferien ihren Burn-out erleiden. Einer der Gründe sei, dass der soziale Druck steige. Waren noch vor 35, 30 und 25 Jahren Südfrankreich und Portugal eine Fernreise und Cran Canaria war als ‘Resort’ den reichen Deutschen vorbehalten, zeigt der Nachbar heute stolz die Fotos von der Trekking-Tour in Nepal oder Südafrika.
Wer da mithalten will, kann sich bei Reisen in fremde Länder schnell übernehmen, die physisch und psychisch einfach nur zu anstrengend sind für einen normalen Urlauber. Hinzu käme, dass Veranstalter heute vermehrt auf Aktivurlaub setzen. Da buchen Landratten einen Segelkurs, die das Geschaukel auf dem Wasser gar nicht vertragen. Wer nur sonnen-geschützt an den Strand liegt, liest oder auch nichts tut, kommt sich – je nach Psyche – fast schon seltsam vor.
Anfällig, ein burn-out zu erleiden, seien besonders Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, die im Job sehr leistungsbezogen handeln oder sozial gestresst sind; Lehrer gehören ganz vorne mit dazu. Wer sich im Urlaub dann keine Ruhe, seinen Level nicht runter fährt und im gleichen Tempo weiter macht, der ist gefährdet. Kommt das Gefühl hinzu, durch eine Pauschalreise fremd bestimmt zu sein, sei die ebenfalls eine Ursache für ein burn-out. Konsequenz: ein selbst organisierter Urlaub kann befreiend wirken! Der Anspruch, dass viel zu erleben auf jeden Fall gesund sei, ist ein Irrtum und im wahrsten Sinne des Wortes auch “Unsinn”.
“Normalos” in Beruf und Familie sollten den Klischees misstrauen: Zu einem Urlaub gehören nicht zwingend auch Sonne und Wärme. Kommen doch sehr viele Menschen mit hohen Temperaturen gar nicht klar. Wer glaubt, er müsse gar in den Dschungel, der da bebildert im Prospekt auch noch touristisch schön und familienfreundlich-reizvoll aussieht, der muss wissen: zum Urlaubmachen ist der nichts: Zu heiß, zu viele Insekten, zu hohe körperliche Belastungen…
Und zum Schluss der Tipp: Lieber nach Süden fliegen als nach Westen; dann vermeidet man den Jetlag. Das gilt auch für bedenkenswerte, weil günstige Angebote wie “3 Tage Shoppen in New York”. Darauf sollte man verzichten und die mögliche (?) kurze Freude am besten gleich vergessen.
