Es gibt sie: die Privatabrechnung des Schiffsarztes dafür, dass Passagier A sich für zwei Tage unter Deck befunden hat, von ihm mit einer Aufbau-Spritze behandelt wurde und nur mittels einer Handvoll spezieller Tabletten wieder an Bord gefunden hat. Für die private Krankenversicherung zuhause kein Problem bei der Erstattung; auch nicht für die staatliche Beihilfe bei beamteten Lehrern.
Ansonsten sind Reiseerkrankungen meist von Übel, von Übelkeit und Schwindelgefühl begleitet und oft für zwei, drei oder gar mehr Tage ‘ne Plage für Reisende. Dagegen gebe es nun ein paar Tipps und Tricks, um auch das Schlingern des Schiffs, die Turbulenzen im Flugzeug oder das das Schaukeln im Auto besser zu vertragen.
Abstinenz
Alkohol, Nikotin und Koffein reizen den Magen zusätzlich. Daher schon kurz vor und während der Reise Alkohol, Zigaretten und Kaffee meiden.
Essen
Leichtverdauliche Kohlehydrate, wie im Brot, in Nudeln und Kartoffeln, beruhigen den Magen. Allerdings alles in Maßen essen, der Magen sollte auch nicht zu voll sein. In Asien oder im Orient möglichst Getränke nur aus der Flasche, aus der Flasche im Glas und auf keinen Fall mit Eis aus Leitungswasser verzehren. Auch nicht direkt aus Getränkedosen trinken, wenn diese vor Ort n eisigem Wasser zur Kühlung lagen. Vorsicht ausserhalb Europas ist auch bei Salaten geboten, die mit Wasser am Reiseort gewaschen wurden.
Nadeln und ‘tapen’
Wer dran glaubt und entsprechend reagiert, dem hilft die Akupunktur. Die Reizpunkte am Ohr zu treffen, heißt auch Vorbeugung gegen Übelkeit.
Heilpraktiker können auf diese Weise die Reisekrankheit lindern.
Am Unterarm liegt zudem ein wichtiger Akupressur-Punkt, der Nei-Kuan., auch “„Inneres Tor” genannt. Er liegt etwa drei Finger breit vom Handgelenk zwischen den beiden Sehnen. Um den Punkt zu “tapen” gibt s auch Bänder, die diese Stelle drücken.
Ruhe suchen
In jedem Reisegefährt als Transportmittel gibt es stärker und schwächer schwankende Plätze. Im Flugzeug sind es die Sitze über den Tragflächen, im Bus über der Vorderachse, im Auto der Beifahrersitz und im Schiff die Mitte. Hier ist die Bewegung geringer, es schaukelt weniger.
Horizont fixieren
Für viele Seekranke ist es günstig, wenn sie den Blick auf einen festen Punkt richten; ganz raus zur Mitte des Horizonts. Das ist gut geeignet, weil man dann auch die Bewegungen des Schiffs im Vergleich zum Horizont besser sensibilisiert.
Pausen
Regelmäßige Ruhezeiten einplanen und natürlich auch bei Autofahrten anhalten und das Fahrzeug verlassen. Auf Schiffsreisen häufig an Bord und an die frische Luft gehen.
Keine Angst
Den Beginn der Reise möglichst entspannt antreten, beispielsweise mit Meditationsübungen und autogenem Training. Je größer die Angst, gerade auch beim Fliegen, umso unangenehmer wird auch die Reise.
Keine Ablenkung
Währen Reise oder Flug möglichst nur entspannen und nicht versuchen, sich durch mental aufgesogene Infos abzulenken. Die Lektüre von Zeitschriften, Stadtplan oder Bücher verursachen schnell einen flauen Magen, da eben auch visuelle Eindrücke hinzukommen. Das macht es für das Gleichgewichtszentrum noch schwieriger.
Geradeaus
Gegen die Fahrtrichtung zu sitzen, verunsichert bei vielen Reisenden das Gleichgewichtssystem. Besser ist es, in Fahrtrichtung zu sitzen und gerade nach vorne aus dem Fenster sehen und nicht aus dem Seiten- oder Rückfenster.
Schlafen
“Ausgeschlafen zu sein” empfehlen Gleichgewichtsforscher und Wissenschaftler in Laboren für experimentelle Gleichgewichtsforschung insbesondere für Seereisende: Früher schlafen gehen macht Sinn, denn wer schläft, der nimmt die Reize weniger bis gar nicht wahr.